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Die Kraft der Gedanken nutzen

 

Die Kraft der Gedanken nutzen

 

Frau B. ist 47 Jahre alt und leidet seit vielen Jahren an Rückenschmerzen. Was halten Sie von diesem Satz, den sich früher häufig selbst gesagt hat?

 

„Wenn diese fürchterlichen Rückenschmerzen endlich nachlassen würden, könnte ich wieder mehr unternehmen!“

 

Dieser Gedanke ist verständlich, aber nicht hilfreich. Denn während Frau B. auf Besserung gewartet hat, ist ihr vieles entgangen: Kontakte zu Freunden und Familie, gemeinsame Unternehmungen und auch Bewegung, die (richtig ausgeführt) ihrer Wirbelsäule, ihren Muskeln und Gelenken gut getan hätte.

 

 

Was würden Sie einer guten Freundin raten?

 

Ich habe Frau B. einmal gefragt, was sie einer guten Freundin raten würde, die unter ähnlichen Beschwerden leidet.

 

Sie hat kurz überlegt und dann gesagt: „Ich würde ihr zuhören, Verständnis zeigen – und dann würde ich ihr empfehlen, trotz ihrer Schmerzen aktiv zu bleiben. Sie muss ja keine sportlichen Rekorde brechen, aber viele Dinge kann sie doch trotzdem noch machen. Und vor allem ist es wichtig, den Kontakt zu Freunden und Familie nicht zu verlieren!“

 

Warum sie sich selbst bisher nicht auf ähnliche Weise motiviert hatte, konnte sie gar nicht so genau sagen. Aber seit diesem Tag achtet sie ganz bewusst darauf, wie sie mit selbst spricht – vor allem dann, wenn es ihr nicht so gut geht.

 

 

Gedanken, Gefühle und Verhalten sind eng verknüpft

 

Es mag Ihnen merkwürdig vorkommen, aber unsere Gedanken, Bewertungen und auch unsere „inneren Selbstgespräche“ haben großen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen und verhalten.

 

Überdenken Sie doch einmal Ihre eigenen Gedankenmuster.

 

Kommen Ihnen diese Beispiele bekannt vor?

 

  • „Nichts hilft gegen diese fürchterlichen Schmerzen. Ich bin ihnen völlig ausgeliefert.
  • „Warum musste ausgerechnet ich diese Krankheit bekommen?“
  • „Ich halte dieses Trainingsprogramm ja doch nicht durch, beim letzten Mal habe ich es ja auch nicht geschafft...“

 

Es ist kein Wunder: Wer so denkt, fühlt sich niedergeschlagen und zeigt wenig Antrieb, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

 

 

Wie können Sie sich selbst motivieren und unterstützen?

 

Haben Sie Ideen, wie Sie diese Gedanken durch neue, hilfreichere ersetzen könnten?

 

Dabei geht es nicht darum, sich die eigene Situation „schönzureden“. Wenn Sie beispielsweise eine chronische Schmerzkrankheit haben, ist das natürlich kein Grund zur Freude. Aber gerade in schwierigen Situationen ist es wichtig, sich selbst gut zu unterstützen – wie Sie es auch bei einer guten Freundin oder einem guten Freund tun würden!

 

Damit sie es nicht vergisst, hat Frau B.  sich sogar schriftlich notiert, was sie sich jeden Tag aufs Neue selbst mit auf den Weg geben möchte: „Auch wenn ich Schmerzen habe, bleibe ich aktiv und genieße die Dinge, die mir Freude machen!“